05. Juli 2017 Sören Pellmann

"Neue Einstellungsverfahren für GymnasiallehrerInnen sind vergiftetes Angebot"

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Im Rahmen des diesjährigen Einstellungsverfahrens will das sächsische Kultusministerium BewerberInnen mit abgeschlossener gymnasialer Lehramtsausbildung, die bisher nicht berücksichtigt worden, ein neues Angebot unterbreiten. Diese sollen als Gymnasiallehrkräfte angestellt, aber sodann drei Jahre an Grund-, Förder- oder Oberschulen abgeordnet werden. Dazu erklärt Sören Pellmann, Direktkandidat der Partei DIE LINKE im Wahlkreis 153:

"Welch ein vergiftetes Angebot. Das Kultusministerium glaubt also immer noch, dass ausgebildete Gymnasiallehrkräfte ohne Hürde die pädagogischen Herausforderungen anderer Schulformen stemmen könnten. Am besten noch Fachfremd. Woher aber eine ausgebildete Gymnasiallehrerin bspw. wissen soll, wie sie Kindern die Grundlagen des Schreibens beibringt, weiß das Ministerium nicht zu beantworten. Gleichzeitig erhöht ein solches Angebot die Ungleichbehandlung an Grundschulen. Während die versetzten Gymnasiallehrkräfte mit einer E13 eingruppiert werden, leistet es sich der Freistaat weiterhin, Grundschullehrkräfte nur mit einer E11 zu entlohnen. Eine ganz spezielle Würdigung der Arbeitsleistung der Grundschullehrerinnen und –lehrer.

Doch wenn man hört, wie weltfremd eben diese gerade erst angekündigten Angebote daherkommen, dann kann man auch die Wirkung dieser neuerlichen Maßnahme getrost in Zweifel ziehen: Da wird BerufseinsteigerInnen, die familiär mit kleinen Kindern örtlich gebunden sind, quasi Knall auf Fall das Angebot gemacht, nächsten Monat am anderen Ende des Freistaates zu unterrichten. Dass solche PädagogInnen dieses Angebot kaum annehmen können, dürfte kaum überraschen. Entweder agiert das Ministerium hier planlos. Oder man sucht ein weiteres Mal eine einfache Möglichkeit, die Schuld an fehlenden Stellen den angeblich unflexiblen Gymnasiallehrkräften in die Schuhe zu schieben. Dabei verliert das Ministerium einmal mehr aus den Augen: Am Ende geht es darum, dass unsere Kinder hier im Freistaat einen gesicherten Unterricht erhalten sollen. Und zwar von dafür ausgebildeten PädagogInnen."

Kategorien: Pressemitteilung, Sachsen, Bildung

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